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Flughafen Madrid Barajas — 200.000 m² gewölbte Decke aus MOSO-Bambusplatten, Architektur Rogers Stirk Harbour & Estudio Lamela
Werkstoff

Bambus.

Tragwerk seit Jahrtausenden.
Heute industriell genormt.

Flughafen Madrid Barajas · 200.000 m² Bambus-Decke · Rogers Stirk Harbour & Estudio Lamela

Historische Aufnahme der Anlan-Brücke (安澜索桥) bei Dujiangyan, Sichuan — Bambus-Seilbrücke vor der Umstellung auf Stahlseile 1974
安澜索桥 Anlan-Brücke · Dujiangyan, Sichuan · historische Aufnahme, frühes 20. Jahrhundert
Asien · 11. Jahrhundert

Eine Brücke, fast tausend Jahre.

Die Anlan-Brücke (安澜桥) bei Dujiangyan in der Provinz Sichuan ist seit dem 11. Jahrhundert urkundlich belegt — fast tausend Jahre lang trug sie als Bambus-Seilbrücke täglichen Verkehr, bis sie 1974 durch Stahlseile ersetzt wurde.

In Hongkong stehen bis heute Wolken­kratzer­gerüste aus Bambus, weil das Verhältnis aus Eigen­gewicht und Biege- bzw. Zug­festigkeit Stahl in dieser Anwendung übertrifft. Im Bauwesen ist Bambus seit Jahrhunderten dokumentiert und erprobt.

Europa · 2000

Der westliche Wendepunkt:
Hannover, EXPO 2000.

Simon Velez baute mit 41 kolumbianischen Handwerkern in vier Monaten den ZERI-Pavillon — das erste moderne Bauwerk aus Bambus­halmen, für das in Europa eine reguläre Bau­genehmigung erteilt wurde. Der Weg dorthin war wissen­schaftlich: Carolina Salazar und ihr Team aus Kolumbien lieferten den prüf­fähigen Tragwerks­nachweis.

14 m

Bauhöhe

4 Monate

Bauzeit

6,4 Mio

Besucher

Hannover 2000 — die erste reguläre Bau­genehmigung für ein modernes Bambus­bauwerk in Europa.

Material­wissenschaft

Anatomie eines Tragwerks.

Bambus ist hohl — und das macht ihn mechanisch 1,9× effizienter als ein massiver Holz­balken gleicher Masse. Derselbe Grund, warum Stahl­träger als Hohl­profil hergestellt werden.

Im Querschnitt zeigt der Halm seine Bauweise als natürlicher Verbund­werkstoff: 40 % Cellulose-Fasern als Verstärkung, 50 % Parenchym­gewebe (überwiegend Lignin) als Matrix, 10 % Leit­bündel für Wasser- und Nährstoff­fluss. Die Cellulose wirkt mechanisch wie der Stahl im Stahl­beton.

Die Faser­dichte nimmt von innen nach außen zu — dort, wo Biege­momente am größten sind. Der äußere Halm­bereich erreicht einen E-Modul von bis zu 21.000 N/mm². Geschützt wird er durch eine 0,25 mm dünne Silikat­schicht — die natürliche Außen­haut des Halms.

1,9 ×

Hohl­rohr-Effizienz

21.000

N/mm² · E-Modul außen

40 / 50 / 10

% Cellulose / Parenchym / Leit­bündel

0,25 mm

Silikat­schicht außen

Querschnitt mehrerer Moso-Bambushalme — sichtbar sind die hohle Rohrform und die fasrige Wandstruktur
MOSO-Bambus-Produktion: Bambus­streifen werden in der industriellen Verarbeitung unter Dampf flach­gepresst — Vorstufe zu Lamellen, geflachten Halmen und Strand-Woven-Density
Bambus­streifen unter Dampf­presse · MOSO-Produktion
Industrielle Verfahren

Vom Halm zur Lamelle — vier Wege.

Die industrielle Verarbeitung von Riesen­bambus (Phyllostachys pubescens, Moso) begann in den 1990er Jahren in China. Heute existieren vier verbreitete Verfahren, einen Halm in eine industriell genormte Lamelle zu überführen. MOSO® hat zwei davon maßgeblich entwickelt.

Lamellen verleimt · Standard-Parkett
Bambus­streifen werden längs zu Lamellen verleimt und kreuzweise mehr­schichtig verpresst — das Verfahren der meisten MOSO®-Parkett-Linien. Naturgemaserte Bambus-Optik, formstabil, FBH-tauglich. Bambus­parkett-Linien →
Geflachter Halm · Bamboo Forest
Ganze Halme werden längs aufgespalten und unter Dampf flach­gepresst, die Schale bleibt erhalten — die charakteristische Knoten-Optik der Bamboo-Forest-Linie. Sichtbare Nodien als Design­element, kein Massivmaterial. Bamboo Forest entdecken →
Strand Woven · Density® · MOSO-Innovation
Bambus­fasern werden unter hohem Druck zu einer Massiv-Lamelle verdichtet. 1.050 kg/m³ — Brinell-Härte auf Tropenholz-Niveau, für den Innen­bereich. Strand-Woven-Verfahren im Detail →
Thermo-Density® · Outdoor · MOSO-Patent
Strand Woven zusätzlich thermisch modifiziert. Dauer­haftigkeits­klasse 1 (EN 350) und Brand­schutz B-s1-d0 ohne Imprägnierung — als einziges Holz­produkt weltweit. Outdoor-Linien ansehen →
Roh­dichte im Vergleich
Hartholz · Eiche ~ 700 kg/m³
Bambus · Lamellen verleimt ~ 700 kg/m³
Hartholz · Merbau ~ 800 kg/m³
Bambus · Geflachter Halm ~ 850 kg/m³
Hartholz · Ipe· härtestes Tropenholz ~ 1.050 kg/m³
Bambus · Strand Woven · Density® ~ 1.050 kg/m³
Bambus · Thermo-Density® · Outdoor ~ 1.150 kg/m³

Bambus deckt die volle Hartholz-Skala ab — von Eichen-Niveau (Lamelle) bis über Ipe (Thermo-Density®). Alles ohne tropische Abholzung. Bamboo UltraDensity ansehen →

Kinder­zimmer mit Bambus­parkett — antistatisch, E0-Emission, geeignet auf Fußboden­heizung
Wohngesundheit

Antistatisch. E0-Emission. VOC-Klasse A+.

Bambus­parkett ist antistatisch — es zieht keinen Staub an. Für Allergiker ein konkreter Vorteil. Alle MOSO® Böden erfüllen die Emissions­klasse E1 (EN 717-1); die gemessenen Werte liegen im Bereich der strengeren E0-Klasse, also praktisch nicht nachweis­barer Formaldehyd-Abgabe. In Frankreich, wo der strengste europäische Standard gilt, erreichen alle MOSO® Böden die VOC-Klasse A+. Bambus eignet sich auf Fußboden­heizung und in Küche und Bad.

E1 / E0

EN 717-1 · Formaldehyd­emission

VOC A+

Frankreich · strengster EU-Standard

0,17 W/mK

Wärme­leitfähigkeit · FBH-tauglich

Fußboden­heizung

Geringste Fugen­bildung aller gängigen Parkett­hölzer

Bambus zeigt ein um 50 Prozent geringeres Schwund- und Quell­verhalten als Eiche — und damit die geringste Fugen­bildung aller gängigen Parkett­holz­arten auf Fußboden­heizung. Innerhalb der Linien­palette ist Bamboo Elite Premium die einzige Linie, die schwimmend auf Fußboden­heizung verlegt werden darf. Alle anderen Linien werden auf FBH voll­flächig verklebt.

Fugen­breite in mm · gemessen bei 50 % rel. Luft­feuchte, 20 °C Raum­temperatur, 26 °C Oberflächen­temperatur. Je kleiner der Wert, desto stabiler das Parkett.

Holzart Fugen­breite
2-Schicht
Fugen­breite
Massiv­stab
Fugen­breite
Massiv/Mosaik
Bambus 0,130 0,260 0,090
Eiche 0,230 0,450 0,150
Nussbaum 0,210 0,410 0,140
Esche 0,260 0,510 0,140
Buche 0,270 0,530 0,180
Ahorn 0,290 0,570 0,160
bedingt geeignet nicht geeignet

Verlege-Anleitung, Aufheiz­protokoll und Produkt­empfehlungen: Bambus­parkett auf Fußboden­heizung →

Klima-Bilanz 1.000 t CO₂ pro Hektar Bambus­plantage

gespeichert über den Wachstums­zyklus — die Datengrundlage stammt aus der INBAR-Lebenszyklus-Analyse, vorgestellt auf der UN-Klima­konferenz COP21 in Paris (2015).

EPD nach ISO 14025

Lebenszyklus dokumentiert · CO₂-neutral inkl. See­transport · FSC® C002063 · QNG-ready · KfW-förderfähig

Verifiziert auf der COP21 Paris.

Auf der UN-Klima­konferenz 2015 stellte INBAR (International Network for Bamboo and Rattan) die Lebens­zyklus-Analyse aller massiven MOSO®-Bambus­produkte vor. Ergebnis: Sie sind über den gesamten Lebens­zyklus CO₂-neutral oder besser — inklusive See­transport von China nach Europa.

Würden die angestrebten 350 Mio Hektar globale Wieder­auf­forstung der Bonn Challenge mit Bambus realisiert, ließen sich die jährlichen welt­weiten CO₂-Emissionen für nahezu zehn Jahre kompensieren.

Wachstums-Vorteil · Erntezyklen über 80 Jahre
0 20 40 60 80 Jahre
Hartholz · Eiche 1 Fällung / 80 Jahre
Bambus · Phyllostachys pubescens (Moso) 16 Ernten / 80 Jahre

Kontinuierliche CO₂-Bindung über alle Wachstums­zyklen, nicht einmaliger 80-Jahres-Aufbau — das ist die Mechanik hinter der 1.000-Tonnen-Zahl.

Plantagen-Aufbau, FSC®-Zertifizierung und Lebenszyklus-Bilanz im Detail: Bambus & Nachhaltigkeit →

Outdoor & Fassade

Klasse 1 ohne Imprägnierung

Bamboo X-treme® und Bamboo N-durance sind thermo-verdichtete Outdoor-Verfahren mit Dauer­haftigkeits­klasse 1 nach EN 350 — der höchsten Stufe, gleichauf mit Ipe oder Cumaru. Einsetzbar bis Nutzungs­klasse 4, also auch im Erd­kontakt. Form­stabil, schimmel- und pilz­resistent, mit 25 Jahren Hersteller­garantie.

Brand­schutz­klasse B-s1-d0 ohne Imprägnierung — als einziges Holz­produkt weltweit. Seit 2008 wurden mehr als 5 Millionen m² auf allen Kontinenten verlegt, von der Privat­terrasse bis zur Hochhaus­fassade.

Higher Roch Tower · Montpellier · Bamboo N-durance Fassade

Higher Roch Tower in Montpellier — Hochhaus-Fassade aus Bamboo N-durance, thermisch modifizierte Outdoor-Bambuslamellen mit Dauerhaftigkeitsklasse 1 nach EN 350
Referenz­architektur

Madrid · Berlin · Bordeaux.

Drei Projekte, drei unterschiedliche Anforderungen — Großdach im Hochfrequenz­einsatz, Outdoor-Wellness in Mittel­europa, Hochfrequenz-Boden im Bahnhof. Jedes mit benannter Architektur, jedes seit Jahren oder Jahrzehnten in Dauer­nutzung.

Flughafen Madrid Barajas — 200.000 m² gewölbte Decke aus MOSO-Bambusplatten, Architektur Rogers Stirk Harbour & Estudio Lamela
2006

Flughafen Madrid Barajas

Madrid · Spanien

200.000 m² gewölbte Decke aus flexiblen, brandresistenten Bambus­platten — bis heute das größte Bambus­projekt der Welt. Seit fast 20 Jahren im Hochfrequenz­einsatz.

Architektur
Rogers Stirk Harbour & Partners · Estudio Lamela Arquitectos
Material
Bambus-Decken­platten · MOSO® Industriale-Reihe
Vabali Spa — Outdoor-Decking aus Bamboo X-treme® im Wellness­bereich mit Pools und Saunen, hier Standort Berlin
2014 · 2017 · 2022

Vabali Spa

Berlin · Düsseldorf · Hamburg

Outdoor-Decking aus Bamboo X-treme® rund um Pools, Sauna­bereich und Liege­flächen — an drei Vabali-Standorten in Deutschland verbaut. Berlin (2014) seit über zehn Jahren in Tag-und-Nacht-Nass­betrieb. Dauer­haftigkeits­klasse 1 nach EN 350 unter realen DACH-Witterungs­bedingungen, identisches Material an allen drei Standorten.

Architektur
TKEZ Architekten (Berlin) · weitere Standorte mit identischem Material­konzept
Material
Bamboo X-treme® Terrassendielen · Outdoor-Density®
Bahnhof Bordeaux Saint-Jean — strapazier­fähiger Bahnhofs-Boden aus MOSO Bamboo UltraDensity in der Empfangs­halle, 18 Millionen Passagiere pro Jahr, Architektur AREP
2016

Bahnhof Bordeaux Saint-Jean

Bordeaux · Frankreich

18 Millionen Passagiere pro Jahr laufen über diesen Boden. Bamboo UltraDensity zeigt seine Belastbarkeit dort, wo Gewerbe- und Bahnhofs­normen am strengsten sind.

Architektur
AREP
Material
Bamboo UltraDensity Massiv­diele · 1.050 kg/m³
Was nicht stimmt

Drei verbreitete Bambus-Mythen

Über Bambus kursieren Halbwahrheiten — manche überhöhen ihn, andere unterschätzen ihn.

„Bambus ist stärker als Stahl."
Stimmt nur für die Zug­festigkeit der Bambus­faser pro Gewichts­einheit. Beim Bauteil-Gesamt­vergleich (Steifigkeit, E-Modul) gewinnt Stahl klar. Die korrekte Aussage: Bambus hat ein außer­gewöhnlich gutes Verhältnis aus Festigkeit und Eigen­gewicht.
„Bambus-Industrie zerstört den Lebens­raum der Pandas."
Industrie­bambus (Phyllostachys pubescens, Moso) wächst haupt­sächlich in Ost­china. Der Große Panda lebt in Sichuan in Zentral­china — geographisch getrennt, kein Konflikt. Pandas fressen außerdem Blätter und Triebe, nicht den ausgewachsenen Halm.
„Bambus­plantagen rodet Tropen­wald."
Die globale Zunahme der Bambus­fläche stammt aus natürlicher Aus­breitung (Rhizom­netze) und Wieder­aufforstung degradierter Böden — nicht aus Tropen­wald-Rodung. FSC®-Zertifizierung der MOSO®-Lieferkette macht das nachweisbar.
Kostenlos & unverbindlich

Material in der Hand sagt mehr als jedes Datenblatt.

Wir senden Ihnen bis zu drei Material­muster kostenlos zu. Sehen, fühlen, an Ihre Wand halten — bevor Sie einen Quadrat­meter bestellen.

Material­daten, Verfahrens­beschreibungen und Referenzprojekte: MOSO®. Produkt­spezifikationen aus den jeweils aktuellen technischen Datenblättern.